Mobilfunker wollen kein VoIP im Funk-Internet
09.04.2009
Das VoIP-Unternehmen Skype bietet seinen Kunden günstige Sprachverbindungen über das Internet an (Voice over Internet Protocol). Damit steht der Betreiber in direkter Konkurrenz zu den Mobilfunkunternehmen, die eine Nutzung von VoIP-Diensten per AGB in ihren Mobilfunkverträgen grundsätzlich untersagen.
Im Zuge der Ausweitung des mobilen Internets will auch Skype seine Dienste noch mehr Verbrauchern zugänglich machen. Sollten nun ganze Regionen in Deutschland mit Breitband-Internet über Mobilfunk versorgt werden – als Alternative zu DSL – möchten auch die VoIP-Anbieter wie Skype oder Sipgate in diesem Gebieten neue Kunden gewinnen. Dagegen wehrt sich nun die Mobilfunkbranche.
Kritik an Skype-Sperre von T-Mobile
Erst vor wenigen Tagen hatte der führende Mobilfunk-Netzbetreiber T-Mobile die Anwendung „Skype for iPhone“ auf dem Apple-Handy gesperrt. Natürlich war man empört in der Zentrale des VoIP-Anbieters. Von einer Einschränkung des Wettbewerbs war die Rede und von einem überraschenden Vorgehen der Telekom-Mobilfunktochter.
Auch EU-Kommissarin Viviane Reding, zuständig für den Sektor Telekommunikation, hatte sich eingeschaltet: Man wolle nun prüfen, ob T-Mobile mit diesem Schritt gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoße.
VoIP-Verbot ist im Mobilfunk die Regel
Allerdings ist es in der Handy-Branche schon seit längerem üblich, Internet-Telefondienste und Instant-Messaging per Vertrag auszuschließen. Dieser Praxis folgen mit T-Mobile, Vodafone, e-plus und O2 alle deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber. Jetzt erklärte ein e-plus-Sprecher gegenüber der WirtschaftsWoche, dieses Verbot gelte auch in jenen Regionen der Bundesrepublik, die Funk-Internet als Alternative zu DSL testeten. Der Unternehmenssprecher bezieht sich damit auf die Internetanbindung ländlicher Regionen über ehemalige TV-Frequenzen, die so genannte Digitale Dividende.
Die Bundesregierung hat den Ausbau des Funk-Internets, Stichwort „Breitbandoffensive“, zu einem wichtigen Bestandteil ihres zweiten Konjunkturpaketes gemacht. Derzeit läuft ein Modellprojekt in Mecklenburg-Vorpommern, bald soll der mobile Breitbandanschluss auch in Baden-Württemberg getestet werden. Initiator des Pilotprojektes in Ostschwaben ist der Netzbetreiber Vodafone. Aktuell habe man noch keine Entscheidung getroffen, ob man VoIP-Dienste über das Funk-Internet zulassen werde, heißt es bei Vodafone. Tendenziell neigt aber auch der Düsseldorfer Betreiber zu einem Verbot der Internet-Telefonie.
Autor: FN
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