Fonic entschärft Kostenfalle Datenroaming
22.10.2009
Wer im Ausland mit seinem Handy oder dem Notebook im Internet unterwegs ist, erlebt mitunter zu Hause eine böse Überraschung beim Anblick der nächsten Mobilfunkrechnung. Schuld an den teils horrend hohen Kosten sind Daten-Roaming-Tarife.
Um nicht in eine derartige Kostenfalle zu tappen, bietet der Discounter Fonic nun einen Schutzmechanismus gegen ungewolltes Daten-Roaming an, indem Kunden ihre SIM-Karte für mobile Datenverbindungen im Ausland sperren lassen können.
Roaming im Ausland
Mit Roaming ermöglicht ein Mobilfunk-Anbieter seinem Kunden im Ausland in Kooperation mit einem Anbieter vor Ort, zu telefonieren und mobile Datendienste zu nutzen. Dabei bucht sich der Surfstick oder das Mobiltelefon teils ungewollt und unbemerkt ins ausländische Netz. Hohe Roaming-Gebühren können zum Beispiel allein schon dadurch entstehen, wenn versehentlich der Handy-Browser aktiviert wird. Die Kosten für mobiles Internet im Ausland sind mit keinem der in Deutschland geltenden Tarife abgedeckt, sie werden einfach aufgerechnet.
Übrigens: Auch in Grenznähe sollten Verbraucher Vorsicht walten lassen. „Auf Sylt ist man schnell bei einem dänischen Netzbetreiber eingebucht, in den Alpen bei einem österreichischen“, mahnt die Computerzeitschrift „c’t“.
Deaktivierung des Daten-Roamings bei Fonic
Die Deaktivierung des Daten-Roamings kann bei Fonic sowohl über eine Hotline als auch per E-Mail an die Kundenbetreuung erfolgen, wobei Standarddienste wie Telefonate und das Versenden von SMS im Ausland weiter funktionieren.
Für Fonic-Kunden ist die Einstellung durchaus ratsam, da der Discounter das o2-Netz nutzt. o2 lässt mit jedem im Gerät eingetragenen APN eine Verbindung zu, während Nutzer der Netze von T-Mobile, Vodafone und E-Plus das Roaming selbst abschalten können, indem sie den korrekten APN löschen.
Neue Daten-Roaming-Bestimmungen der EU
Demnächst sollen Verbraucher aber nach einer EU-Bestimmung die Möglichkeit erhalten, den Daten-Roaming-Dienst automatisch unterbrechen zu lassen, sobald ein Rechnungsbetrag von 50 Euro erreicht ist. Bei Bedarf kann der Nutzer auch einen höheren Betrag buchen.
Bislang hat die EU nur die Roaming-Gebühren bei länderübergreifenden Handy-Gesprächen sowie beim Versenden von SMS gedeckelt. Beim Datenroaming setzte man noch keine vergleichbare preisliche Obergrenze. Verrechnet wird hier nach wie vor jedes kB. Im Moment kostet so das Datenroaming durchschnittlich 1,68 Euro pro Megabyte, in Irland muss man derzeit sogar 6,82 Euro zahlen, in Griechenland 5,30 Euro und in Estland 5,10 Euro. Laut Bundesnetzagentur wurden bis dato nur die Vorleistungsentgelte für den Internetzugang über Mobilfunknetze im EU-Ausland begrenzt. Dies sind Entgelte, die sich die Anbieter gegenseitig in Rechnung stellten, so die Behörde. Die Obergrenze für Vorleistungsentgelte liegt derzeit bei einem Euro pro MB.
Autor: BL
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