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Emnid-Studie zu E-Reading erschienen

20.04.2010

Am dritten April erschien in den USA das iPad in den Läden und löste einen Ansturm aus, der an den Verkaufsstart des iPhones 2007 erinnert. Der sich abzeichnende Verkaufserfolg des iPad, einem Gerät, das eine Mischung aus Tablet-PC und Ereader darstellt, könnte einen Trend wieder neu beleben, der zwar in den letzten Jahren immer wieder heraufbeschworen wurde, aber doch noch nicht so recht durchstarten konnte: das E-Reading.

Parallel zu der erneut von Experten vorausgesagten Medienrevolution veröffentlichte nun die TNS Emnid Medien- und Sozialforschung GmbH eine Umfrage, in der sie zwischen November 2009 und Februar 2010 2.749 Menschen zu verschiedenen Aspekten des „E-Reading“ befragte und verschiedene Ereader einem Vergleich unterzog. Ziel der Studie war es, herauszufinden ob das gedruckte Buch nun nach unzähligen Nachrufen wirklich zum Auslaufmodell mutiert.

Bekanntheit der Ereader variiert stark

Die Ergebnisse in Bezug auf die Bekanntheit von elektronischen Lesegeräten lassen durchaus den Schluss zu, dass das Erscheinen des iPad dem E-Reading Auftrieb verleihen könnte. Bereits jetzt kennt über die Hälfte der 14- bis 29-jährigen das iPad, während knapp 20 Prozent den Kindle von Amazon als bekannt angeben und immerhin noch 15 Prozent den Sony E-Reader. Die beiden letzteren Produkte sind schon eine ganze Weile auf dem Markt und konnten offensichtlich nicht so viel Popularität erreichen wie das iPad in viel kürzerer Frist. Andere Geräte, wie zum Beispiel der E-Reader von Txtr, kommen auf jeweils nicht einmal fünf Prozent in der Bekanntheit.

Im Zusammenhang mit der Bekanntheit ist es auch interessant, die Ergebnisse der Umfrage zu betrachten, die Besitz oder geplante Anschaffung betreffen. Lediglich ein Prozent der Befragten besitzen einen E-Reader, die überwältigende Mehrheit von 84 Prozent will sich keinen E-Reader anschaffen.

Die Kunden bleiben zurückhaltend

Auch wenn gerade die potentiellen Käufer im Alter zwischen 14 und 29 Jahren den E-Readern offen gegenüberstehen, ist doch von Euphorie keine Spur. Vielmehr werden die Vor- und Nachteile abgewägt und auf ein Fortschreiten der Technologie gewartet. Dies war auch bisher der Grund, warum sich das E-Reading nicht wirklich durchsetzen konnte. Die Anwender wollen mehr als nur lesen. „Die bloße digitale, monofunktionale Abbildung eines Buches“ sei ihnen nicht genug, so die Emnid-Studienleiterin Claudia Knoblauch.

Wenn es darum geht, den Ereader als multifunktionales Endgerät zu nutzen, bietet das iPad einige Ansatzpunkte, welche die hohen Ansprüche der potentiellen Käufer zufriedenstellen könnten. Die bewährten Apps, die schon auf dem iPhone große Erfolge feierten, haben auch auf dem iPad das Potential, vielerlei Wünsche der Kundschaft zu erfüllen. Allerdings hat das iPad im Vergleich zu konkurrierenden Lesegeräten nicht zu unterschätzende Nachteile.

So verwendet das iPad im Gegensatz zur Konkurrenz keine elektronische Tinte (E-Ink). Letztere ist deutlich augenfreundlicher als das LED-Display des Apple-Tablets. Außerdem verbrauchen E-Ink-Displays nur beim Umblättern Strom, da sie über keine aktive Bildschirmbeleuchtung verfügen. Die Akkulaufzeit des iPad genügt aber dennoch selbst für ausdauernde Leser und übersteht mit etwa zehn Stunden sogar Transatlantikflüge, ohne neu Energie tanken zu müssen. Was dem iPad fehlt, aber wohl auf der Wunschliste vieler Anwender steht, ist die Notizfunktion. Diese wird sogar von einigen Lesegeräten angeboten, die ansonsten wenige Interaktionsmöglichkeiten aufweisen. Man muss aber dazu sagen, dass das iPad nicht als dezidierter E-Reader auf den Markt gekommen ist und somit viele weitere Bereiche wie E-Mail-Versand, Internet-Browsing etc. abzudecken hat.

Neuer Schwung, aber kein Durchbruch

Die Umfrage, die TNS Emnid durchgeführt hat, zeigt, dass die Zielgruppen der E-Reader offen für Entwicklungen auf diesem Gebiet sind. Sie sind aber auch anspruchsvoll und erwarten viel von einem Endgerät. Das iPad kann einige Wünsche erfüllen, die über die Hälfte der Befragten äußerten, wie zum Beispiel einen mobilen Internetzugang oder das Verfassen und Versenden von Texten. Die Ansprüche vor allem jüngerer Zielgruppen aber gehen noch über die Leistungen des iPad hinaus, so Claudia Knoblauch.

TNS Emnid befragte im Verlauf der Umfrage, die sich in die TNS-Emnid-Themenreihe „Das Mediennutzungsverhalten der Deutschen“ einreiht, per Zufallsauswahl, 2.749 Deutsche ab 14 Jahren in persönlichen Interviews. Die TNS Emnid Medien- und Sozialforschung GmbH ist eine Tochtergesellschaft der TNS Infratest Holding GmbH & Co. KG. und gehört zur TNS Gruppe (Taylor Nelson Sofres, London). Sie untersucht seit über 60 Jahren in den Bereichen der Medien-, Politik-, und Sozialforschung verschiedenste Phänomene und ist Teil einer der führenden Marktforschungs- und Beratungsgesellschaften weltweit.

Autor: JM

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