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Tipps und Tricks für Telefon- und DSL-Verträge

08.06.2010

Internet-Flatrates werden immer günstiger. Das ist eine unumstrittene Tatsache. Während man vor vier Jahren für ein Komplettangebot noch 45 Euro im Monat zahlen musste, kann man heute für monatlich 30 Euro unbegrenzt surfen. Zahlreiche Anbieter wie Vodafone, 1&1 oder Alice unterbieten sich regelmäßig mit ihren Tarifen, um neue Kunden zu werben. Und hat dieser einmal angebissen, wird er auch so schnell nicht wieder von der Angel gelassen. 24 Monate besteht ein solcher Vertrag – und im Kleingedruckten lauern weitere Überraschungen.

Um die Verbraucher davor zu bewahren hat das Fachmagazin Finanztest versteckte Kosten und andere Fallen aufgedeckt und steht dem manchmal verwirrten, oftmals auch verärgerten Kunden mit Rat zur Seite.

Auf Vertragslaufzeiten achten

Die 24-monatige Vertragslaufzeit wirkt auf so manchen wie ein Knebelvertrag, aus dem man nicht mehr herauskommt. Selbst ein Umzug berechtigt den Kunden nicht, den Vertrag vorzeitig zu lösen.

Die Alternativen, die ohne Mindestvertragslaufzeit aufwarten, wie zum Beispiel das Alice-Fun-Paket oder die 1&1 Doppelflat, sind deutlich teurer. So warten auf den Kunden erst einmal Kosten für die Einrichtung und Bereitstellung – und das nicht zu knapp. Bei Alice muss mit 39,90 Euro, bei 1&1 sogar mit 99,90 Euro gerechnet werden. Zudem besteht auch bei diesen Verträgen eine dreimonatige Kündigungsfrist. Einen weiteren Kritikpunkt sieht Finanztest darin, dass Zweijahreskunden gegenüber Neukunden, die dasselbe Paket zu einem späteren Zeitpunkt günstiger erhalten, benachteiligt werden. Denn bereits bestehende Kunden haben oftmals keinen Anspruch auf diese Vergünstigung.

Ein Stick gegen den Frust

Wer einen Anbieterwechsel anstrebt, sollte sich den Kündigungstermin rot im Kalender anstreichen. Sonst wird der Vertrag automatisch um weitere zwölf Monate verlängert und die monatliche Grundgebühr steigt um bis zu fünf Euro. Bei einigen Anbietern, wie Alice, reicht es, vier Wochen vorher zu kündigen. Bei anderen, wie Vodafone und 1&1, beträgt die Frist schon drei Monate.

Wer sich den Frust beim Wechsel gänzlich ersparen möchte, kann auf einen UMTS-Stick umsteigen, der den PC über Mobilfunk mit dem Internet verbindet. Solche Internet Sticks werden mittlerweile sowohl mit Vertrag als auch als Prepaid Surfsticks angeboten. Somit ist die Gefahr weitgehend gebannt, dass der Kunde bei einem Wechsel oder Umzug ein paar Wochen ohne Internet auskommen muss. Auf Wunsch kann ein solcher Surfstick oftmals bei einem Komplettangebot mitgebucht werden. Für den Internet Stick ist eine einmalige Gebühr von 69,90 Euro zu entrichten. Bei Vodafone und 1&1 ist zudem die Nutzung des Surf Sticks in den ersten drei Monaten kostenfrei. Danach verlangt Vodafone 45 Cent pro fünf Minuten und 1&1 1,99 Euro pro Tag bzw. 19,90 Euro im Monat.

Vorsicht bei Voreinstellungen

Aufpassen sollten Kunden auch bei einer Internetbestellung. Hat man sich für ein bestimmtes Angebot entschieden, wird während des Bestellvorgangs noch zusätzlicher „Schnickschnack“ angeboten, der den Kunden teuer zu stehen kommen kann. So ist laut Finanztest bei Alice zum Beispiel ein kostenpflichtiges Fernseh- und Videoangebot voreingestellt.

Alle Verbraucher können bei Internet-Bestellungen vom Widerrufsrecht Gebrauch machen. Stellt der Kunde innerhalb von 14 Tagen fest, dass er etwas ändern oder widerrufen möchte, kann er dies ohne Begründung tun.

Super-DSL-Speed oft nicht notwendig

Neu bei den Anbietern scheint auch ein Faible für überdimensionale Bandbreiten zu sein. So bietet Vodafone DSL 16.000 für dieselbe monatliche Grundgebühr wie für DSL 6000 an. Bei 1&1 erhält man für DSL 16.000 eine Startgutschrift von 100 Euro, wohingegen Alice Neukunden eine DSL 6000 Leitung schon gar nicht mehr anbietet. Doch DSL 16.000 brauchen viele Kunden gar nicht. Für gängige Anwendungen im Internet dürfte vielen Verbrauchern DSL 2000 reichen. Zudem sollte sich der Kunde vorher die Auskunft einholen, ob in seinem Wohnort überhaupt DSL 16.000 zur Verfügung steht.

Darüber hinaus definieren einige Anbieter, wie Vodafone und Telekom, DSL 16.000 im Kleingedruckten als Bandbreite zwischen rund 6000 und 16.000 kbit/s. Der Kunde sollte sich demnach nicht auf die beworbenen Übertragungsraten verlassen. Oftmals muss er sich mit nur 40 Prozent der Übertragungsrate aus der Werbung zufrieden geben. Bei 1&1 darf der Kunde in einem solchen Fall sogar auf ein anderes Produkt umsteigen. Alice-Kunden wird dieses Recht jedoch nicht gewährt. 

Das Kleingedruckte lesen

Man sollte sich die Konditionen seines Vertrags genau anschauen, denn oft verstecken sich weitere Kosten im Kleingedruckten, die man oft und gerne übersieht.

So zum Beispiel bei Pauschalangeboten fürs Handy. Anrufe in das deutsche Festnetz werden mit der Grundgebühr abgedeckt. Doch Telefonate ins Ausland, auf ein Handy oder 0180-Nummern kosten extra – und das oftmals nicht wenig. So kostet ein Anruf nach Spanien beispielsweise bei 1&1 90 Cent für zehn Minuten. Bei Vodafone ist es nur noch die Hälfte, die der Kunde zahlen muss. Vorteile haben in diesem Fall die Kunden der Deutschen Telekom AG, die weiterhin die Vorwahlnummern von Call-by-Call nutzen und somit für 0,9 Cent pro Minute ins Ausland telefonieren können.  

Autor: ES

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