Daten-Roaming-Karten fürs Ausland
Ratgeber: Daten-Roaming-Tarife und -Karten für mobiles Internet im Ausland
Wer auch im Ausland auf das Internet angewiesen ist, dabei aber Roaming-Gebühren sparen möchte, kann auf sogenannte Daten-Roaming-Karten zurückgreifen. Damit kann man im Ausland auf die dortigen Mobilfunknetze zugreifen. Man braucht dazu ein entsperrtes mobiles Breitband Modem – beispielsweise einen Surfstick - einen Laptop mit integriertem Modem oder ein entsperrtes Smartphone.
Datamobile und Abroadband vertreiben solch ein Angebot. Aber Vorsicht: Auch wer eine SIM-Karte speziell fürs Daten-Roaming nutzt, ist vor überhöhten Kosten nicht geschützt.
Mit Datamobile für 89 Cent pro MB mobil surfen
Mit Datamobile soll die mobile Kommunikation im Ausland einfacher und vor allem günstiger werden. Das liechtensteinische Unternehmen Datamobile AG arbeitet mit mobilkom liechtenstein als Netzbetreiber zusammen.
Datamobile vertreibt die Tarife „Datenkarte.privat“ und „Datenkarte.business“. Die Datenkarte (Standard-SIM/Micro-SIM) für Privatkunden kostet einmalig 29,90 Euro (inklusive zehn Euro Startguthaben). Die Buchung eines Datensticks schlägt mit 69,90 Euro zu Buche. Der Tarif ist auf Prepaid-Basis. Das heißt, es gibt keine monatliche Grundgebühr und keine Vertragsbindung.
Die „Datenkarte.business“ wird nur als Postpaid-Karte vertrieben. Monatlich wird eine Gebühr in Höhe von 1,99 Euro erhoben. Die SIM-Karten für Geschäftskunden können online über ein Anfrage-Formular bezogen werden. Weitere Angaben finden sich nicht auf der Webseite.
Versteckte Kostenfalle treibt Rechnung in die Höhe
Bei Datamobile gibt es vier Tarifzonen mit unterschiedlichen Preisen pro Megabyte (MB). So können Besitzer einer „Datenkarte.privat“ in Ländern der Tarifzone 1 beispielsweise für 89 Cent pro MB mobil surfen; in der Tarifzone 2 werden 1,70 Euro je MB berechnet. Die Taktung erfolgt in 100-Kilobyte-Schritten.
Klingt alles ganz logisch. Doch die Sache hat einen Haken: Die günstigen Preise der Tarifzonen gelten nur für einen Teil der Partnernetze von Datamobile. In anderen Partnernetzen werden Gebühren von 9,99 Euro bis 14,99 Euro pro MB berechnet. Wer zum Beispiel in der Türkei über das Vodafone-Netz online geht, zahlt die günstigen 89 Cent pro MB. Gerät man dort allerdings ins Datamobile-Partnernetz von Turkcell steigt der Preis pro MB auf stolze 14,99 Euro. Wer nicht aufpasst, kann seine Surf-Kosten somit sehr schnell in die Höhe treiben.
Abroadband überzeugt mit Einfachheit und Übersichtlichkeit
Übersichtlicher ist das Konzept von abroadband – einer Marke der Telekom Austria. Mit Abroadband können Kunden in über 50 Ländern für 59 Cent pro Megabyte mobil surfen. Abgerechnet wird in 128-Kilobyte-Blöcken. Die Datenkarten (Standard-SIM/Micro-SIM) kosten einmalig 19,90 Euro. Ein Internet-Stick kann für 49,90 Euro erworben werden.
Die Abroadband SIM-Karte kann nur innerhalb der 77 Partnernetze von Abroadband genutzt werden. Da bei jedem Partnernetz der gleiche Preis von 59 Cent je MB gilt, bleiben die Kosten übersichtlich und durchschaubar. Ein weiterer Pluspunkt: Der Anbieter informiert den Kunden, wenn er mehr als 60 Euro versurft hat.
Ein kleiner Makel bei Abroadband: In einigen Ländern stehen nur Surf-Geschwindigkeiten von maximal 473,6 Kilobit pro Sekunde zur Verfügung. Darunter fallen unter anderem Indien oder Moldawien.
Fazit: Abroadband ist übersichtlicher und für jedermann geeignet
Datamobile hat deutlich mehr Partnernetze zu bieten als der Konkurrent. Doch die unübersichtliche Tarifgestaltung ist ein dicker Minus-Punkt für das liechtensteinische Unternehmen. Letztendlich ist das Angebot von Datamobile besser für technisch versierte Kunden geeignet, für technisch Ahnungslose kann es teuer werden. Deutlich übersichtlicher und für jedermann geeignet ist das Roaming-Angebot von Abroadband.
Autor: ES
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