EU-Entscheidung: GSM-Band jetzt frei für UMTS-Dienste
28.07.2009
Die 900-Megahertz-Frequenz war bislang per EU-Gesetz für den Mobilfunkstandard GSM reserviert. Das hat sich nun geändert: Der EU-Ministerrat entschied sich gestern einstimmig für die Freigabe des 900-Megahertz-Bandes. Ab sofort kann die Frequenz auch für andere Dienste, beispielsweise UMTS genutzt werden.
Einzige Bedingung: es müsse eine „Kompatibilität zum GSM-Netz gewahrt sein“. Da sich die Mobilfunkstandards GSM (2. Generation) und UMTS (3. Generation) technisch recht ähnlich sind, steht einer Nutzung mit UMTS nichts mehr im Weg. Der große Vorteil der 900-Megahertz-Frequenz besteht für die Netzbetreiber darin, dass sie eine hohe Abdeckung mit einer geringeren Anzahl von Basisstationen erreichen.
T-Mobile und Vodafone profitieren von der Entscheidung
Die bessere Funkleistung im 900-Megahertz-Band beschert den Mobilfunkanbietern niedrigere Kosten im Ausbau und Betrieb der Sendestationen. Allerdings können in Deutschland davon nur die großen D-Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone profitieren, Telefónica o2 und e-plus funken in einem anderen Spektrum. Das 1800-Megahertz-Band, E-Netz genannt, setzt eine ähnlich hohe Dichte von Basisstationen voraus wie das herkömmliche UMTS-Netz.
Nicht für bisherige UMTS-Geräte
Bis zu der EU-Entscheidung vom Montag war das 900-Megahertz-Band ausschließlich für GSM und den Turbo EDGE vorgesehen. Unter normalen Empfangsverhältnissen sind so Datenraten von maximal 64 Kilobit pro Sekunde möglich, theoretisch könnten es 256 Kilobit pro Sekunde sein. Mit dem UMTS-Standard und der Erweiterung High Speed Packet Access (HSPA) können Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Realistisch sind derzeit zwei bis drei Megabit pro Sekunde im Download.
Aktuell nutzt das herkömmliche UMTS-Netz die Frequenzen von 1920 bis 1980 Megahertz für den Uplink sowie 2110 bis 2170 Megahertz für den Downlink. Um die Qualität der Sendeleistung zu garantieren, werden relativ viele Funkmasten in geringem Abstand benötigt. Ab sofort stehen auch die GSM-Frequenzen von 880 bis 915 Megahertz (Uplink) beziehungsweise von 925 bis 960 Megahertz (Downlink) für schnelle Datendienste zur Verfügung. Allerdings kann das neue Frequenzband nicht mit den bisherigen UMTS-Geräten wie Surf-Sticks, PDAs, Netbooks oder Laptops genutzt werden.
Autor: FN
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