Breitband-Initiative will weiße Löcher stopfen
24.02.2009
Bereits in einem Jahr will die Bundesregierung das gesamte Land mit Breitband-Anschlüssen versorgt wissen. Die Neuen Breitband-Pläne hat das Bundeskabinett im Rahmen seines Konjunkturpaketes beschlossen. Die neue Breitband-Strategie will vor allen Dingen ländliche Regionen mit leistungsfähigen Anschlüssen versorgen. Zusätzlich sollen durch die Digitalisierung des Rundfunks frei werdende Frequenzen für mobiles Breitband genutzt werden.
Darüber hinaus sollen in Zukunft drei Viertel der deutschen Haushalte mit der schnellen DSL-Variante VDSL surfen können. Mit VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s möglich.
DSL ist nach wie vor die führende Breitband-Technologie
Nach Erhebungen des IT-Branchenverbandes Bitkom verfügten Ende 2008 erst rund 23,2 Millionen der insgesamt 39,8 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland über einen Breitband-Anschluss. Das entspricht 58 Prozent aller Haushalte in Deutschland. Ein Jahr vorher waren es acht Prozent weniger.

Wie aus den Bitkom-Zahlen hervorgeht entfielen 21,2 Millionen Breitband-Anschlüsse auf DSL, rund 1,9 Millionen auf TV-Kabel und etwa 0,1 Millionen auf andere Technologien wie Glasfaser oder Satellit. Besonders die TV-Kabel-Breitband-Variante verzeichnete ein enormes Kundenwachstum: Gut acht Prozent aller Breitband-Zugänge basierten Ende 2008 auf dem TV-Kabel, ein Jahr zuvor waren es nur drei Prozent.
Für das laufende Jahr 2009 erwartet der Branchenverband einen Anstieg von 13 Prozent auf 26 Millionen Breitband-Anschlüsse in Deutschland. Dann würden zwei von drei Haushalten über schnelles Breitband-Internet verfügen.
Breitband spatet Ost und West
Im Breitband-Bereich gibt es nach wie vor ein starkes Ost-West-Gefälle. In den westdeutschen Bundesländern hatten Ende 2008 über 60 von 100 Haushalten einen Breitband-Anschluss. In den ostdeutschen Ländern waren es weniger als 45. Der Bundesdurchschnitt im Breitband-Bereich liegt derzeit bei 58.
Insgesamt sei in rund 800 Kommunen die Breitband-Versorgung nur über Satellit möglich, so der Bitkom. Diese "weißen Flecken" müssten schnell geschlossen werden. Für die Versorgung der ländlichen Regionen mit schnellen Internetzugängen bräuchte man zusätzliche Funkfrequenzen unterhalb von einem Gigahertz. Nur dieser Bereich ermögliche eine kostengünstige Breitband-Versorgung großer ländlicher Gebiete.
Im Rahmen der neuen Breitband-Initiative werden Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro benötigt. Damit könnten nach Ansicht des Branchenverbandes bis zu 250 000 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Autor: MN
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