Die Bundesregierung definiert "Breitband" neu
10.02.2009
Der Begriff Breitband-Internet ist in aller Munde, aber kaum einer weiß was sich tatsächlich hinter diesem Wortungetüm verbirgt bzw. wie schnell eine Internetverbindung tatsächlich sein muss, um als Breitbandanschluss bezeichnet werden zu können. Offiziell galten bislang Übertragungsraten auf UMTS-Niveau, also 384 Kbit/s, bereits als "Breitband". Künftig soll die Grenze jedoch auf 1 Mbit/s angehoben werden.
Eine aktuelle Anfrage der Partei Die Linke beantwortete das Bundeswirtschaftsministerium laut dpa mit folgendem Wortlaut: "Die Breitbanddefinition wird demnächst auf 1 MBit/s angehoben." Weiter teilte das Wirtschaftsministerium mit, dass man sich im Kabinett noch im Februar mit dem Ausbau der Breitbandversorgung in Deutschland befassen wolle. Welche Investitionssummen für den Breitband-Ausbau veranschlagt werden ist noch unklar.
Breitband-Anschluss: DSL hat die Nase vorn
Das Ziel der Regierung sei es bis Ende 2010 alle deutschen Haushalte mit Breitband-Internet auf 1-MBit/s-Niveau zu versorgen. Dieses ambitionierte Vorhaben wird bereits im Vorfeld kritisiert. So ist Klaus Landefeld vom Verband der deutschen Internetwirtschaft eco der Ansicht, dass dieses Breitband-Volumen nicht ausreichend sei. Mit einer Verbindung auf 1-MBit/s-Niveau könnten Filme im Internet nur eingeschränkt angeschaut werden, das Telefonieren übers Netz sei schwierig und es dauere unter Umständen noch immer sehr lange, um Updates herunterzuladen.
Derzeit haben rund 92 Prozent der deutschen Haushalte Zugang zu einer Breitbandverbindung von 1 Mbit/s. Würde man die Breitband-Definition gar auf 2 Mbit/s anheben, würden nur noch rund 70 Prozent aller deutschen Haushalte über einen Breitband-Anschluss verfügen.
Mit rund 20 Millionen Kunden ist DSL nach wie vor die mit Abstand führende Breitband-Technologie in Deutschland. Doch einige DSL-Alternativen haben stark aufgeholt. In diesem Zusammenhang spielt vor allen Dingen das Mobile Internet über UMTS bzw. HSDPA für viele Menschen eine immer größere Rolle. Neben denen die UMTS als DSL-Ersatz nutzen steigen zahlreiche Anwender auf Internet via Mobilfunk um, die viel unterwegs sind und auch mobil im Internet surfen wollen. Im Gegensatz zu UMTS konnten sich bislang andere alternative Breitband-Technologien wie WiMAX und DSL über Satellit am Markt nicht durchsetzen.
Autor: MN
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